Vitamin B3 – Niacin

Eingetragen bei: Ernährung | 0

Das Vitamin B3 bzw. Niacin ist die Nicotinsäure (Pyridin-3-carbonsäure). Sie ist eine Vorstufe zur Bildung des Koenzym Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid (NAD bzw. NADH für die oxidierte Form), das im oxydativen Stoffwechsel benötigt wird. NAD kann im Körper aus Vitamin B3 gebildet werden, alternativ aber auch aus Tryptophan, welches ein Aminosäure-Abbauprodukt ist. Da zwei getrennte Synthesewege bestehen, ist ein Mangel, besonders in Europa, sehr selten. Sollte es jedoch zu einem Mangel kommen, so kann es zur Krankheit Pellagra kommen. Dies kann z.B. besonders in Regionen geschehen, in denen die Nahrung überwiegend aus Produkten besteht, in denen die Nicotinsäure in gebundener Form vorliegt und nicht vom Körper verwertet werden kann. Beispiele dafür sind z.B. eine Ernährung mit überwiegend Sorghumhirse oder Maisprodukten. Pellagra bzw. eine Vitamin B3 Mangelerkrankung hat als Symptome Durchfall, vermehrte Hauterkrankungen wie Dermatitis, Depressionen, Schleimhautentzündungen in Mund, Magen und Darm, sowie Demenz.

Der Bedarf an Niacin hängt direkt mit dem umzusetzenden Energiebedarf ab. Man geht davon aus, dass pro 1000 kcal 6,6 mg Niacin erforderlich sind. Für Frauen würde damit der tägliche Niacin-Bedarf bei ca. 15 mg, für Kinder bei ca. 6 mg und für Männer bei 15-20 mg liegen. Niacin-reiche Lebensmittel sind Wild, Geflügel, Fisch, Pilze, Milch, Eier, Leber, Kaffee, Nüsse, Vollkornprodukte, manches Gemüse und Obst. Das Niacin aus tierischen Lebensmitteln ist für den Körper leichter zu verwerten. Vegetarier und Veganer können ihren Bedarf z.B. über Erdnüsse, Kleie, Datteln, Hefe, Pilze und Hülsenfrüchte decken. Da Nicotinsäure direkt in den Stoffwechsel eingreift, führt eine zusätzliche Gabe von Nicotinsäure zu einer Senkung der Blutfettwerte.

Überdosierungen können ab 500 mg Nicotinsäure auftreten, die sich durch Symptome wie Flush, Schwindel, Blutdruckabfall und erhöhtem Harnsäurespiegel im Blut äußern.

Hinterlasse einen Kommentar