Alkohol – trinken für die Gesundheit?

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Alkohol – gesund oder nicht?

Sicher haben viele sich schon gefragt: Ist Alkohol ungesund – wie ungesund ist er, oder kann er auch gesund sein?

Aus dem Bauch heraus würde man sagen: Alkohol trinken ist ungesund! Punkt.

Aber ganz so einfach ist die Sache nun auch wieder nicht.

 

Alkohol ist einfach herzustellen – Zucker wird vergoren, Alkohol entsteht. Manche Historiker glauben sogar, dass Alkohol mit ein Grund dafür war, dass unsere Vorfahren sesshaft wurden – sie betrieben Landwirtschaft, stellten daraus alkoholische Getränke her und konsumierten diese auch gerne.

Alkohol ist auch ein hervorragendes Lösungsmittel, in der Medizin machte man sich diese Eigenschaft bei der Zubereitung von Tinkturen und medizinischen Getränken zu Nutze, in dem pflanzliche Inhaltsstoffe mit Hilfe von Alkohol aus dem Pflanzenmaterial gelöst werden. Vielen alten Kräuterlikören sagte man auch auf Grund der im Likör gelösten Pflanzenstoffe medizinische Wirkungen nach, es gab das Lebenselixier, Hustenlikör, lungenfreundlichen Likör usw.

Alkohol ist auch ein hervorragendes Desinfektionsmittel. Es tötet die meisten bekannten Keime ab, wird bzw. wurde deswegen z.B. zur Desinfektion von Injektionsstellen beim Impfen genutzt.

Eigentlich war man offiziell der Meinung, trinkt man Alkohol, ist das nicht gut für die Gesundheit. Die Volksmeinung war da jedoch schon immer etwas kontrovers: Das tägliche Glas Wein gilt hier als gesund.

Vor einigen Jahren brachte es nun die Studie [1] an den Tag: Moderater Alkoholkonsum sorgt für eine geringere Sterblichkeit bei Männern und Frauen.

alkohol-mortalität
Auszug aus Studie [1]

Die Studie [1] stellte fest, dass die Sterblichkeit in Europa bei einem Alkoholkonsum der Männer von ca. 5 g Alkohol pro Tag um bis zu 20% im Vergleich zu Personen, die keinen Alkohol tranken, sinkt. Erst bei einem täglichem Alkoholkonsum von ca. 65 g Alkohol pro Tag liegt sie wieder gleichauf zu den Männern, die keinen Alkohol konsumieren, um dann jedoch stetig anzusteigen. Bei Frauen liegen diese Werte bei ca. 50%.

Fazit daraus ist:

  • Ein Alkoholkonsum der Männer von bis zu 50g reiner Alkohol pro Tag wirkt sich auf die Sterblichkeitsrate nicht negativer aus, als nicht trinken. Bei Frauen liegt dieser Wert bei ca. 20g reiner Alkohol pro Tag.

Nicht betrachtet werden in dieser Statistik natürlich die gesundheitlichen Auswirkungen des Alkoholkonsums.

 

 

In der Studie [2] wurde an 380.000 Teilnehmern untersucht, welche Krankheitsrisiken der Konsum von Alkohol birgt.

In vielen Studie zeigte, dass der Konsum von Alkohol das Risiko erhöht, an einigen Krebsarten u.a. Krankheiten zu erkranken. Jedoch zeigte sich auch, dass ein regelmäßiger Alkoholkonsum das Risiko minimiert, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben.

Auch diese Studie zeigt, dass Menschen, die lebenslang nur moderate Alkoholmengen konsumieren, generell ein vermindertes Sterberisiko haben, was sich besonders in einer starken Verminderung der Todesursache Herz-Kreislauf niederschlägt. Das generelle Sterberisiko der Konsumenten moderater Alkoholmengen liegt dabei unter dem Sterberisiko von Nichtkonsumenten!

 

Hier lässt sich jedoch auch sagen, je weniger Fuselöle der konsumierte Alkohol enthält, desto weniger gesundheitsschädlich ist er. Schlussfolgerung: Liköre, Spirituosen und andere Alkoholika, die aus gereinigtem Neutralalkohol hergestellt sind, haben die geringsten Fuselöl-Anteile und sind dabei sicher Produkten, die aus direkt vergorenen Pflanzenstoffen hergestellt werden, vorzuziehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Literatur:

  1. Alcohol Dosing and Total Mortality
    in Men and Women. An Updated Meta-analysis of 34 Prospective Studies
    Augusto Di Castelnuovo, ScD; Simona Costanzo, ScD; Vincenzo Bagnardi, ScD;
    Maria Benedetta Donati, MD, PhD; Licia Iacoviello, MD, PhD; Giovanni de Gaetano, MD, PhD
  2. The association of pattern of lifetime alcohol
    use and cause of death in the European
    Prospective Investigation into Cancer and
    Nutrition (EPIC) study
    Manuela M Bergmann u.a.

 

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